„Jeder Mensch kann Heilungs- prozesse aktiv anstoßen.“ Medizin auf einen ganzheitlichen Ansatz setzt, der Selbstheilung und Resilienz fördert, untersucht die PNI, wie Gedanken und Gefühle das Nerven-, Hormon- und Immunsystem beeinflussen. Eine Erkenntnis: Menschen mit positiver Lebenseinstellung sind weniger anfällig für Infekte als solche, die unter Stress stehen. Der Kompass? Das Wohlbefinden Ein Schlüssel zur Selbstheilung ist daher Achtsamkeit – neben Bewegung, Ernährung und der Vermeidung schädlicher Umwelteinflüsse. Neurowissenschaftler der University of California in San Diego konnten zeigen, dass Achtsamkeitsmeditation sogar chronische Schmerzen deutlich lindern kann. In einem Experiment, bei dem Probanden gezielt Schmerzen zugefügt wurden, reduzierte eine vorherige Meditation die Schmerzempfindung bei nahezu allen Teilnehmenden um bis zu 45 Prozent. Professor Fadel Zeidan, Erstautor der Studie, erklärte: „Achtsamkeitsmeditation trennt den Schmerz vom Selbst und verzichtet auf wertende Urteile, auf diese Weise kann sie unser Schmerzerleben unmittelbar beeinflussen – ohne Medikamente, ohne Kosten und jederzeit anwendbar.“ Dieses Wissen um die innere Reparaturwerkstatt ist alt, wird jedoch zunehmend durch Forschung untermauert. So waren die Vorteile des Fastens bereits in der Antike bekannt. Ein Team der Berliner Charité fand kürzlich heraus, dass sich nach drei Tagen Fasten die Proteinzusammensetzung im Blut signifikant verändert und Heilungsprozesse in mehreren Organen angestoßen werden können – ein vielversprechender Ansatz für die Behandlung von Krebs, Rheuma und Herzerkrankungen. In sich hineinhören Wobei Selbstheilung keinem universellen Plan folgt. Jeder Mensch weiß am besten, was wohltuend ist – so wie das Beispiel von Michael Dr. Markus Bruckhaus-Walter Experte aus dem medizinischen Kompetenznetz der KNAPPSCHAFT Dr Bruckhaus-Walter zum Thema Selbstheilung im Video: t1p.de/tag-selbstheilung Kühnert zeigt, der die Meditationspraxis für sich entdeckt hat. „Wenn ich Schmerzen habe und meditiere, werden sie oft deutlich schwächer oder verschwinden sogar ganz. Es ist wirklich erstaunlich.“ Um zu erfahren, was unser Leben verbessert, sollten wir in uns hineinhören. Für die einen ist es vielleicht die Joggingrunde vor der Arbeit, für die anderen eine Zeit der Stille im Tagesablauf oder eine handyfreie Phase. Selbstheilung hat übrigens nichts mit dem Trend zur Selbstoptimierung zu tun. Vielmehr geht es um eine wertschätzende Haltung gegenüber sich selbst. FOTOS: mauritius images/Maskot, Dominik Asbach Spitzenmedizin im Rundum-versorgt-Netz der KNAPPSCHAFT 1.800 Netzärztinnen und -ärzte Infos unter: knappschaft.de/rundum-versorgt 1Üben Sie Achtsamkeit! Nehmen Sie sich regelmäßig bewusst Zeit für sich selbst – ohne Ablenkung. Ob ein paar Minuten Stille, eine kleine Meditation oder das bewusste Wahrnehmen des Atems: Achtsamkeit hilft, Stress abzubauen und innere Balance zu finden. 2Bringen Sie sich in Bewegung! Regelmäßige Bewegung aktiviert die Selbstheilungskräfte. Dabei geht es nicht um Leistung, sondern um Kontinuität: Spazierengehen, Radfahren oder sanfte Gymnastik reichen oft schon aus. Entscheidend ist, dass Sie eine Form der Bewegung wählen, die positiv wirkt und sich gut in den Alltag integrieren lässt. 3Vertrauen Sie sich selbst! Eine positive innere Haltung kann Heilungsprozesse unterstützen. Vertrauen Sie auf die Fähigkeiten Ihres Körpers und begegnen Sie sich selbst mit Wertschätzung! „Begegnen Sie sich selbst mit Wertschätzung!“ 3 Tipps für einen bewussten Umgang mit dem Körper von Dr. Markus Bruckhaus-Walter.
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